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Testbericht Yongnuo YN-565EX

23 Dec, 2011 @ 02:55:24,Testberichte,lumi,

Heute veröffentliche ich hier den Testbericht über den Yongnuo YN-565EX, der mir freundlicherweise von Daniel Sypke, Fotograf und Betreiber der beiden Webseiten Hochzeitsfotografie (www.sag-ichwill.de) und Portrait- und Businessfotografie (http://www.sag-cheese.de/) zur Verfügung gestellt wurde. In einen ausführlichen Test wurde der YN-565EX gründlich unter die Lupe genommen und seine Stärken und Schwächen beschrieben.

Hier nun der Testbericht:

"Eigentlich nutze ich für meine fotografischen Aufträge in der Regel nur Equipment von Canon, da ich mit Zubehör von Drittherstellern mitunter negative Erfahrungen gemacht habe. Nun habe ich die Möglichkeit bekommen, mir den ETTL Blitz aus dem Hause Yongnuo mal etwas genauer anzuschauen und im Praxiseinsatz zu testen.

Vorweg : Mein Testgerät wurde mir freundlicherweise vom Lumi's Fotozubehör zur Verfügung gestellt und kam direkt aus Shanghai. Der Preis im Shop beträgt aktuell 110€, Einfuhrsteuern / Zoll etc. musste ich nicht bezahlen.

Lieferumfang Yongnuo YN-565EX :

Blitz YN565EX mit integrierter BounceCard und 24mm Streuscheibe
Tasche
Standfuß
Anleitung (kleines Buch, davon 30 Seiten in Englisch, KEIN Faltblatt)
Stromversorgung :

4x AA Batterien bzw. Mignonbatterien. Ein externes Powerpack (z.B. Canon CP-E4 oder kompatible - für schnellere Aufladezeiten und höhere Blitzanzahl) ist anschließbar .

Anschlüsse :

ETTL Blitzschuh aus Metall mit Schraubarretierung
PC Buchse (Auslösung per Blitzkabel)
Externes Powerpack

Haptik :

Der Blitz fühlt sich von der Verarbeitung und von der Kunststoffqualität her wie die aktuellen Canon Blitze an – nichts wackelt, knirscht oder wackelt. Ein Metz AF48-1 wirkt vom Anfassgefühl deutlich günstiger.

Überhaupt wirkt der Yongnuo-Blitz dem altem Canon 580 EX sehr ähnlich. Sei es vom Aufdruck her oder das Bedienpanel. Unterschied hier : dem Yongnuo fehlt der Master/Slave Schalter, der Powerschalter (beim YN durch einen Taster ersetzt) sowie das Drehrad, welches beim Chinesen durch 5 Tasten (Steuerkreuz mit Entertaste) ersetzt wurde. Die Größe beider Blitze ist nahezu identisch.

Der Batteriefachdeckel – bei anderen China-Blitzen oft ein Manko – ist solide und rastet satt ein. Die Anschlüsse für das PC Blitzkabel bzw. dem Powerpack liegen geschützt unter einer Gummiabdeckung.

Der Blitzschuh ist standesgemäß aus Metall, wird aber leider nicht mittels moderner Hebeltechnik sondern "altertümlich" per Feststellschraube arretiert.

Features YN-565EX :

Blitzleistung : Leitzahl 58 bei ISO 100 / 105mm
ETTL II, Multimode (Stroboskopblitz) sowie manueller Modus
Leistungsregelung in 7 Blenden bzw 22 Stufen von 1/1 bis 1/128 ( in 1/3 Blendenstufen regelbar)
Zoomreflektor für 7 Brennweiten (24 / 28 / 35 / 50 / 70 / 80 / 105mm)
Hinweis : Der Blitz erkennt nicht automatisch, das die Streulichtscheibe rausgezogen wurde
Unterstützt Canon und Nikon wireless Protokolle (unabhängig vom Blitzschuh), d.h. der YN-565EX für Canon versteht auch entfesselt Nikon iTTL / CLS
Blitzzündung auf 1. oder 2. Vorhang
ETTL Slavefähig (kann über EOS 7D, 60D und 600D, ST-E2 sowie dem Canon 580EX II im ETTL Modus ausgelöst werden)
Unterstützt FE (Canon) bzw. FV Lock (Nikon)
Je nach Blitzleistung und Batteriequalität 100 - 1500 Blitze pro Batteriesatz
Akustischer Hinweis für beendeten Ladevorgang
Überhitzungsschutz (schaltet bis er abgekühlt ist, ab)
Einstelllicht
rote Displaybeleuchtung
Autosave der letzten Einstellungen
Der Yongnuo Blitz unterstützt leider kein HSS - warum, ist mir schleierhaft und nicht nachvollziehbar :-/

Weitere Informationen (Englisch) sowie das Manual (PDF) gibt es auf der Homepage von Yongnuo.

Ladezeiten :

Ich habe den Blitz bei den Ladezeiten mit dem Canon 430 EX II und dem Metz AF48-1 bei voller ( 1/1 ) Blitzleistung im manuellem Modus verglichen.
Alle Blitze wurden mit frisch geladenen Eneloops bestückt, die Messung erfolgte mit Stoppuhr. Die Ladezeiten ergeben sich aus dem Mittel drei hintereinander gemachter Messungen.



BlitzLadezeit (gemittelt)
Canon 430 EX II2,4 Sekunden
Metz AF48-12,5 Sekunden
Yongnuo YN-565EX 3,1 Sekunden
Yongnuo YN-565EX*2,0 Sekunden

*) Der Yongnuo wurde zusätzlich von einem exteren Batteriepack (Modell von Pixel, bestückt mit 8 Eneloops) mit Strom versorgt.

Einstellmöglichkeiten :

Der Blitz lässt sich in den wichtigen Paramtern wie Modus (ETTL, manuell), Blende, Zoom und Leistung recht intuitiv einstellen. Darüber hinaus können diese Einstellungen auch bequem über das Kameramenu (sofern die Kamera das unterstützt) vorgenommen werden.

Zusätzlich bietet der Yongnuo Blitz über 15 Funktionen, die über die FN Taste verstellt werden können (Standby-Zeit, Piepton bei Blitzbereitschaft, AF Hilfslicht an/aus...)

Praxiseinsatz :

Als erstes fällt nach dem Einschalten (man muss die Powertaste zum Ein- bzw Ausschalten des Blitzes ca. 4 Sekunden gedrückt halten) auf, das der Blitz einen Ladeton von sich gibt, soll heissen das der Blitz seine Einsatzbereitschaft per (abschaltbarem) Piepton signalisiert. Das finde ich grad bei längeren Ladezeiten (also 1/2 und 1/1 Leistung) sehr sinnvoll.

Ich habe den Blitz während eines Gospel-Chor-Shootings in einer sehr dunklen Kirche parallel zum Canon 430EX II benutzt (on Camera im ETTL Modus) und konnte keinerlei Unterschiede in der Belichtung bzw Belichtungsmessung feststellen - EOS 5D Mark II sowie YN-565EX kommunizierten einwandfrei. Etwas störend war hingegen die zu helle Bereitschafts-LED, die im schwachen Licht der Kirche extrem geblendet hat.

Zusammenfassung :

Der ETTL Aufsteckblitz YN-565EX von Yongnuo hinterlässt viel Licht, aber auch Schatten.

Auf der Habenseite verbucht der Blitz aus China eine Haptik, welche sich vor Canon Speedlites nicht zu verstecken braucht. Darüberhinaus ist der Blitz (die richtige DSLR wie z.B. EOS 7D, 5D Mark II... vorausgesetzt) komplett über das Kameramenü konfigurierbar. Die Belichtung des Blitzes im ETTL-Modus funktionierte auf der 5D Mark I wie auch Mark II tadellos, ein Unterschied zum Canon 430 EX II im Praxiseinsatz war nicht feststellbar. Die Änderung der Parameter über das Bedienfeld des Blitzes geht flott von der Hand und der abschaltbare Blitzbereitschaftston ist bei entfesseltem Blitzen in meinen Augen ein sehr sinnvolles Feature. Ein optional erhältlicher externer Batteriepack ermöglicht um 50% kürzere Ladezeiten sowie eine deutlich höhere Anzahl von Blitzauslösungen.

Nicht so gut gefiel mir die zu helle Bereitschafts-LED sowie die einfach zu lange Ein-/Ausschaltzeit - ein schnelles aktivieren des Blitzes ist so leider nicht möglich. Kein Beinbruch, aber überhaupt nicht zeitgemäß ist das Fehlen des HSS Modus.

Fazit :

Der Yongnuo-Besitzer bekommt viel ETTL-Blitz für den aufgerufenen Preis, der Canon 430EX II kostet ca doppelt so viel und kann (vom HSS Modus mal abgesehen) nicht viel mehr. Wenn man die fehlende HSS Funktion verschmerzen kann ist der China-Blitz durchaus als Schnäppchen und Kaufempfehlung zu sehen."

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