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Was ist ein RAW

11-25-2007 @ 13:51,Allgemein,birgit,Kommentar hinterlassen - 0

RAW Bilder sind in ihrer Rohform, wenn sie aus der Kamera kommen, noch gänzlich unbearbeitet und damit frei von allen durch die Kamera vorgegebenen Zwängen wie Farbbalance oder Dateiformat. Wie diese "digitalen Negative" dann weiterverarbeitet, also entwickelt werden, ist für die Bildqualität entscheidend.
RAW-Daten speichern nur die reine Information des Kamerachips ab, ohne diese zu interpretieren oder zu verändern. Chips können aber nur Helligkeitsinformationen aufnehmen und abspeichern, daher verhält sich ein RAW-Bild eher wie ein Schwarzweißnegativ.
(Quelle: www.gallileodesign.de)


Die Rohdaten liegen nach Aufnehmen und Speichern in einem modelabhängigen Format vor; z.B. NEF (Nikon Exposure Format) von Nikon, CRW (Canon RAW-Format), ORF (Olympus RAW-Format). Sie können, wenn sie nicht durch Reverse-Engineering (umgekehrt entwickeln, rekonstruieren) entschlüsselt wurde, nur mit der Software des jeweiligen Herstellers oder einigen speziellen Anwendungen von Drittanbietern verarbeitet werden.
Viele Bildbearbeitungssoftwares besitzen aber auch integrierte RAW Konverter.

Vorteile sind, dass man Weißabgleich, Farbsättigung, Kontrast und Schärfung im Bildbearbeitungsprogramm nachträglich vornehmen kann, beim JPG werden sämtliche relevanten Parameter schon bei der Speicherung vorgenommen, was mit einem Verlust an Bildinformationen einhergeht. Das drückt sich vor allem in sehr hellen und sehr dunklen Farbbereichen aus, diese Extreme sind beim RAW noch vorhanden, während sie beim JPG häufig verloren sind.
JPEG erlaubt pro Farbkanal nur 256 Helligkeitsabstufungen, demgegenüber enthalten Rohdatenformate meist 10, 12 oder 14 Bit an Helligkeitsinformation, was 1.024 bis 16.384 Helligkeitsabstufungen erlaubt.

Die Vorteile liegen vor allem in
- Höhere erreichbare Bildqualität und mehr Flexibilität in der Nachbearbeitung
- Größerer Dynamikbereich der gespeicherten Bildinformation

Nachteile:
- Jedes Bild muss mit einem RAW-Konverter des Kameraherstellers (im Lieferumfang der Digitalkamera enthalten) oder eines Fremdanbieters nachbearbeitet werden.
- RAW-Dateien sind wesentlich größer als JPEG-Dateien (ca. 3 mal so groß, je nach JPEG-Qualität). Somit verbraucht RAW nicht nur viel mehr Speicherkartenplatz, sondern benötigt auch eine längere Zeit, um von der Kamera auf die Speicherkarte geschrieben und später ausgelesen zu werden.


Fotografieren mit dem Retroadapter

11-13-2007 @ 08:56,Allgemein,birgit,Kommentar hinterlassen - 0

Mit einem Retroadapter schließen Sie ein Objektiv umgekehrt an die Kamera an, so dient das Objektiv quasi als Lupe und Sie haben ungefähr eine 4fache Vergrößerung.
Unbedingt erforderlich ist es neben Stativ und einer freien Fläche noch für gute Beleuchtung zu sorgen. Ich habe dazu einen Baustrahler mit vorgespanntem Durchlichtschirm benutzt. Sie können allerdings auch Taschenlampen dazu benutzen. Außerdem ist ein Fernauslöser dienlich um Verwacklungen beim Auslösen zu vermeiden, denn mit dem Retroadapter haben Sie nur einen kleinen Schärfepunkt.
Die folgenden Bilder sind leider ohne einen Makroschlitten entstanden, was sehr mühsam und zeitaufwändig ist, da es sehr komplizierter ist den optimalen Schärfepunkt zu finden.

Da die Schärfentiefe sehr flach ist in diesem extremen Nahbereich, sollten Sie mit möglichst kleinen Blendenzahlen arbeiten, da aber der Adapter nicht elektrisch mit der Kamera verbunden ist, ist normalerweise nur eine Offenblende verfügbar.

Einen Tipp für Canon Kameras dazu habe ich bei www.traumflieger.de gefunden: Sie setzen das Objektiv zuerst richtig auf die Kamera auf, stellen eine höhere Blende ein (bis max. Blende 16 wegen der Beugungsunschärfe) und während Sie die Abblendtaste gedrückt halten nehmen Sie das Objektiv von der Kamera.

Die Schärfe müssen Sie per Hand einstellen, da ja durch den Retroadapter die Elektronik nicht nutzbar ist. Auch ist es angebracht die Belichtungszahl manuell einzustellen, dazu stellen Sie das Drehrad auf "M" und machen mit verschiedenen Belichtungszeiten mehrere Aufnahmen, damit Sie ein optimales Ergebnis erzielen.

Fotografiert wurde mit der Canon EOS 400d, 18-55 mm Kitobjektiv unter Verwendung des Retroadapters, eines Stativs und zur Beleuchtung eine mit einem Durchlichtschirm versehene Baulampe.
Originalgröße der Blüte ca. 0,5 cm


Orchidee Retroadapter


Blende 9 | 1/50 sec | ISO 200 | Abstand vom Motiv ca. 3 cm

Bearbeitung in PS2: Freistellen und Rahmen und Änderung des Hintergrunds